DIY

skandinavische Holztasse: Kuksa

Von bushcraft zu MYOG bis upcycling sind hier Infos, Anleitungen und Tipps rund ums Thema DIY: Dinge selber herstellen! Also hol dein Werkzeug raus und losgehts. Viel Spaß dabei!


Nachts, schlaflos, im Internet gesurft. Nach Lebensweisen der arktischen Völker gesucht. Und dann war ich plötzlich sehr wach. Da gibt es eine schwarz-weiß Filmaufnahme aus den 1930’ern, in denen ein Inuit beim Eisfischen gezeigt wird. Er kniet auf dem Eis, hat einen Fischspeer in der einen Hand und die Andere bewegt einen Köder an einer Schnur im Wasser ruckartig hoch und runter. Die Jagdtechnik faszinierte mich. Allerdings faszinierte mich noch mehr worauf dieser in Felle gekleidete Mensch auf dem kalten Eis hockte: Auf einer Matte aus Reisig-Ästen.

Wenn eine Matte aus dünnen Stöckchen Menschen in Schnee und Eis vor Kälte und Nässe schützt, dann funktioniert das in wärmeren Klimazonen allemal. Und es klappt sogar wirklich gut und ich bin erstaunt, dass diese Matten eine recht hohe Lebensdauer haben. Außerdem sind sie maximal nachhaltig, leicht, sind mal was Anderes am Rucksack und zur Not hast du immer einen ordentlichen Haufen Reisig zum Feuermachen dabei.

Ich empfehle dir für die Matte Reisig von Birken zu suchen. Es ist flexibler, als von anderen Bäumen und die Teerstoffe der Birke verhindern ein Rotten der Äste.

Sammle Reisig bitte nicht von lebenden Bäumen! Die brauchen ihre Ästchen. Du findest bestimmt einige vom Wind gefällte Bäume, an denen gutes Reisig vorhanden ist. Für dieses Projekt ist es sogar gut, wenn das Holz älter und damit trockener ist. Dann schrumpft es im Gewebe mit der Zeit weniger und deine Matte hält länger zusammen. Alternativ gehen auch Weidenstöckchen und alle möglichen dünne, biegsame Äste. Reisig von Nadelbäumen funktioniert, ist jedoch 2. Wahl, weil sie getrocknet recht brüchig sind. Gräser und Heu kannst du ebenfalls benutzten.

Du brauchst

  • Festes, dickes Baumwollgarn oder Dünne Hanfschnur
  • Ein Beil, einen Hauklotz oder ein Brett als Unterlage zum Hacken
  • Ordentliche Menge (Birken)-Reisig
  • Stecken für 10 Holzheringe: wenigstens daumendick und 15 cm lang
  • Einen Stock als Webarm, ca. 50 cm lang

So geht’s

Webrahmen bauen: Für eine ca. 40x40cm Holzmatte brauchst du 10 Holzheringe. Stöcke dafür auf 15 cm ablängen und unteres Ende mit dem Beil anspitzen. Heringe in in zwei Reihen zu je fünf Stück und in 50 cm Abstand voneinander gegenüber in die Erde schlagen.

Kettfaden aufziehen: Such dir eine Seite für den Webarm aus und befestige an einem Ende des Webarms dein Kettfaden mit einem Knoten. Lege den Webarm hinter eine Heringreihe. Führe den Kettfaden zum gegenüberliegenden Heringen, um diesen einmal herum, so verhinderst du ein Runterrutschen des Fadens und dann zurück zum Webarm. Wickle den Faden direkt am ersten Hering um den Webarm, damit die Kettfäden parallel zueinander laufen. Den Kettfaden um den Webarm bis zum 2. Hering wickeln und dann wieder um den gegenüberliegenden Hering herum und zurück und so weiter, bis du am Ende des Webarms angekommen bist.

Wichtig: Zieh die Kettfäden nicht stramm, sonst klappt das Weben nicht. Sie müssen Spiel haben, damit du das Holz dazwischen weben kannst. Lieber zu wenig Spannung, denn das kannst du nach dem Weben strammer ziehen.

Weben: Nimm eine Handvoll Reisig so in die Hand, dass du Daumen und Zeigefinder darum schließen kannst und sich die Fingerkuppen berühren. Das ist deine maximale Bündelmenge. Versuch bei jedem Bündel die annähern gleiche Menge, bzw. eine ähnliche Dichte zu erreichen. Dann wird deine Matte gleichmäßig. Der Webarm wird an den Heringen nach oben geführt. Ein Webfenster entsteht an der gegenüberliegenden Heringreihe. Dort hinein kommt das erste Bündel Reisig. Webarm auf den Boden bringen. Die Kettfäden schließen sich um das erste Bündel und öffnen ein neues Webfenster hinter dem ersten Reisigbündel. Zweites Bündel dort hinlegen und gegen das erste Bündel andrücken.

In dieser Art weitermachen, bis du am Webarm angekommen bist. Die Spannung der Kettfäden wird sich erhöhen und wenn es zu stramm wird, dann kannst du versuchen die Heringe mit dem Webarm einen nach dem anderen (sonst fällt deine Matte auseinander) näher an die gegenüberliegende Seite heranzusetzten.

Vom Rahmen lösen: Ist die Matte fertiggewoben löse die Kettfäden an der hinteren Heringreihe einen nach dem anderen: Faden mittig durchtrennen, Hering herausziehen, beide Fadenenden stramm an der Matte verknoten. Das tust du mit allen Fadenenden und allen Heringen.

Matte trimmen: Leg deine Matt auf eine hölzerne Unterlage und trimm die überstehenden Äste auf die gleiche Länge. Achte darauf, dass du nicht zu nah an die äußeren Kettfäden kommst: 3 cm Mindestabstand einhalten, damit deine Matte auch bei Bewegung zusammenhält.

Viel Spaß mit deiner Matte und wenn du magst sende uns ein Foto!

©K.de Graaf

Ich stand völlig fasziniert vor einem aufrechten Holzstamm, der aus seiner Mitte heraus brannte. Entspannte Flammen loderten gemächlich an den Schlitzen im Holz hoch. Das Feuer schien seine Holzmahlzeit knackend zu genießen und verströmte eine unglaubliche Wärme. Ich habe noch nie so weit weg von einem Feuer stehen müssen, dass verhältnismäßig wenig Flammen hatte. Der Clou: Direkt auf dem Feuer, oben auf den Holzstamm kann ein Topf zum Kochen gestellt werden. Fantastisch!

Hier geht’s zum Testvideo!

Du brauchst

Einen möglichst durchgetrockneten Holzstamm: Minimaler Durchmesser 12 cm – minimale Länge 20 cm. Kleiner sollte der Stamm nicht sein. Meist brennen diese Feuer ungleichmäßig ab und sind wegen ihrer kleinen Standfläche am oberen Ende nicht als Kochfeuer geeignet.

  • Eine Säge
  • Ein Beil
  • Etwas Natur-Schnur

So geht’s

Suche dir einen toten, möglichst trockenen Holzstamm, der freisteht und keine Pilze hat. Wähle den Stammbereich zum Absägen, der keine Äste hat. Das erleichtert Holzspalten. Länge ich auf die Länge ab, die du gern nutzen möchtest. Achte darauf auf einen sicheren Stand deines Holzblocks. Gerade Sägeschnitte sind wichtig. Befreie den Block von seiner Rinde.

Teile die Oberseite des Blocks in Viertel und spalte ihn mit dem Beil. Nutze dafür ein Holzstück, einen stabilen Ast als Hammer, um dein Beil durch das Holz zu treiben. Lege die Blockspalten nebeneinander, in der Reihenfolge, wie du sich aus dem Block getrennt hast. Nummeriere diese, damit du sie auch wieder passend zusammensetzten kannst.

Mit dem Beil verjüngst du bei allen vier Spalten die Innenseiten, damit vier seitliche Luftkanäle für das Feuer entstehen. Stell dir vor, wie du aus einen Tortenstück (Holzspalt) einfach ein dünneres herausschneidest, indem du mit dem Beil erst Kerben ins Holz hackst, um anschließend gerade von oben nach unten zu hacken. So erhältst du schnell und einfach eine gerade Fläche. Die Kerben sollten nicht bis zum Boden der Spalte durchgehen, damit ein Standfuß für das Feuer erhalten bleibt. Lass ca. 3 fingerbreit Platz. Füge die Spalten zusammen und binde sie am Standfuß mit einer Schnur zusammen. Fertig!

Fertig!

Zum Anzünden lege in das Holzkreuz trockenes Reisig und Birkenrinde. Angezündet wird von Oben, mit einem kleinen Reisigfeuer auf dem Holzblock. Du willst mehr erfahren? Dann schau dir das Testvideo an: Schwedenfeuer vs. Finnenkerze!

Viel Spaß mit deinem Projekt und wenn du magst sende uns ein Foto!

©K.de Graaf

Finnenkerze

3…2…1… liftoff! We have a liftoff! Mit dieser Holzrakete kochst du nicht einfach: Du bringst deine Töpfe zum Glühen. Ja in Ordnung ganz so krass ist es dann doch nicht. Aber die extrem schnell züngelnde Flamme, die erst einige Zentimeter über dem Holz entsteht, das Rauschen der Holzgase und dessen Zündungen erinnern stark an Raketenwissenschaft.

Die Herstellung ist dem des Schwedenfeuers sehr ähnlich. Dahintersteckende Wirkprinzipien jedoch nicht. Denn die Finnenkerze funktioniert wie ein Rocket-Stove. Feuer wird im unteren Luftkanal entzündet, wodurch es maximal Sauerstoff einzieht, durch die Thermodynamik nach oben befördert und dadurch sehr heiß und effektiv verbrennt.

Hier geht’s zum VIDEO!

Du brauchst

Einen möglichst durchgetrockneten Holzstamm: Minimaler Durchmesser 12 cm – minimale Länge 20 cm. Kleiner sollte der Stamm nicht sein. Meist brennen diese Feuer ungleichmäßig ab und die Finnenkerze braucht einen guten inneren Luftkanal, damit sie richtig Jet-Mäßig durchstarten kann…

  • Eine Säge
  • Ein Beil
  • Etwas Natur-Schnur

So geht’s

Suche dir einen toten, möglichst trockenen Holzstamm, der freisteht und keine Pilze hat. Wähle den Stammbereich zum Absägen, der keine Äste hat. Das erleichtert Holzspalten. Länge ich auf die Länge ab, die du gern nutzen möchtest. Achte darauf auf einen sicheren Stand deines Holzblocks. Gerade Sägeschnitte sind wichtig. Befreie den Block von seiner Rinde.

Teile die Oberseite des Blocks in Viertel und spalte ihn mit dem Beil. Nutze dafür ein Holzstück, einen stabilen Ast als Hammer, um dein Beil durch das Holz zu treiben. Lege die Blockspalten nebeneinander, in der Reihenfolge, wie du sich aus dem Block getrennt hast. Nummeriere diese, damit du sie auch wieder passend zusammensetzten kannst.

Grundidee: Ein Holzstück erhält im Inneren einen L-Förmigen Luftkanal. Die lange Seite des L liegt im Stamm, die Kurze endet als Befeuerungsfenster im unteren Bereich des Holzblocks.

Der innere Luftkanal: Entferne mit dem Beil bei jedem Blockspalten die inneren 2-3 cm Holz, indem du mit dem Beil erst Kerben ins Holz hackst, um anschließend gerade von oben nach unten zu hacken. So erhältst du schnell und einfach gerade Flächen. Die Kerben sollten nicht bis zum Boden der spalten durchgehen, damit ein Standfuß für das Feuer erhalten bleibt. Lass ca. 3 fingerbreit Platz.

Befeuerungsfenster: Spalt 1 und 2 erhalten ein Luftloch. Markiere die Spalte ca. eine Handbreit vom Unteren Ende des Block auf beiden Seiten und hacke einen Luftkanal von wenigstens 3 Fingern Breite und Höhe bis zum inneren Luftkanal. Füge die Spalten zusammen und binde sie am Standfuß mit einer Schnur zusammen. Fertig!

Befeuern der Rakete geschieht, wie bei jeder guten Rakete… von unten. In den oberen Luftkanal kommt etwas sehr trockenes Reisig. Lass Platz für den Luftstrom, also nicht zu eng bepacken. Zum Anzünden lege in das Befeuerungsfenster Birkenrinde und zünde sie an. Es kann ein paar Minuten dauern, bis die Finnenkerze richtig in Fahrt kommt. Dann ist sie aber nicht mehr zu stoppen!

Extras: Du willst mehr erfahren? Dann schau dir das Testvideo an: Schwedenfeuer vs. Finnenkerze!

Viel Spaß mit deinem Projekt und wenn du magst sende uns ein Foto!

©K.de Graaf